Tansania: Wenn Finanzierung klimatische und soziale Ergebnisse belohnt
In Tansania erproben die DEZA und ihre Partner einen Finanzierungsansatz, der messbare klimatische und soziale Fortschritte belohnt.
In Tansania trifft der Klimawandel eine Wirtschaft, in der die Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielt, besonders hart. Der Sektor macht rund 23 % des BIP aus und sichert den Lebensunterhalt von mehr als 70 % der Bevölkerung. Dennoch haben kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die praktische Lösungen wie organische Düngemittel, nachhaltigen Kakao, oder Honig anbieten, nach wie vor Schwierigkeiten, erschwingliche Finanzierung zu finden.
Als Mittel dagegen, hat die DEZA gemeinsam mit Fourfold, einer gemeinnützigen Stiftung, und iGravity in ein noch relativ seltenes Instrument investiert: Impact-Linked Finance (ILF) oder wirkungsorientiert Finanzierung. Das Prinzip ist einfach: Je mehr ein Unternehmen im Voraus vereinbarte, nachweisbare soziale oder klimabezogene Fortschritte erzielt, desto besser sind seine Finanzierungsbedingungen. Nach dieser Logik wurde ILF ESA entwickelt – ein Finanzierungsmechanismus zur Unterstützung von Unternehmen mit grossem Wirkungspotential in Ost- und Südafrika.
In Tansania unterstützt ILF ESA Unternehmen, die in den Bereichen nachhaltige Land-, Agroforst-, Kreislauf- und Abfallwirtschaft tätig sind. Es nutzt dabei klare Indikatoren zur Messung positiver Auswirkungen, wie beispielsweise nachhaltig bewirtschaftete Hektar, die Steigerung der Einnahmen für Kleinbauern, geschaffene Arbeitsplätze, verkaufte Mengen an biologischen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln oder vermiedene Emissionen. Die Idee besteht darin, die Finanzierung an konkrete und nachweisbare Ergebnisse zu knüpfen.
Eines der geförderten Unternehmen ist Guavay
, auch bekannt unter der Marke Hakika. Es erhält Unterstützung durch den Fonds, um die Produktion von lokal hergestellten organischen und mineralisch-organischen Düngemitteln auszuweiten. Das Unternehmen arbeitet bereits mit mehr als 6000 Kleinbauern zusammen und strebt an, bis 2028 mehr als 20000 zu erreichen. Durch die Verbesserung der Bodengesundheit hilft es den Landwirten, ihre Erträge zu steigern, ohne ihre Böden auszulaugen.
Upendo Honey zeigt eine weitere Facette des Modells. Das in Kigoma ansässige Unternehmen kauft Bio-Honig von mehr als 2000 ländlichen Imkern und verbindet so lokale Einkünfte mit dem Schutz der Wälder. Die Einkommen der Imker haben sich mehr als verdoppelt, während 1.2 Millionen Hektar bedrohter Wälder dank der Honigproduktion nun wirtschaftlichen Wert schaffen. Dieser Ansatz bietet den Gemeinden einen direkten finanziellen Anreiz, die Wälder zu schützen, statt zu rode. Daneben stärkt Kokoa Kamili, ein Bio-Kakao-Unternehmen,die Einkünfte von mehr als 7.600 Kakaobauern.
Die ersten Erkenntnisse zeichnen sich bereits ab. „Kleinbauern sind das Rückgrat der Branche, und sie zu erreichen, kann zu spürbaren sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Verbesserungen führen“, erinnert sich Andrea Inglin von der Schweizer Botschaft in Tansania. Ihre Kollegin Daniela Kwayu fügt hinzu: „Erste Erfahrungen mit diesem Finanzierungsmechanismus zeigen, dass er helfen kann, zusätzliche private Investitionen anzuziehen und gleichzeitig Anreize setzt in Klimaresilienz und Anpassungsmaßnahmen zu investieren."
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